Wem hörst du zu

Wem hörst du zu? Und was begeistert dich?

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Wem hörst du zu? Und was begeistert dich? Hätte dir jemand vor 20 Jahren vom Internet oder vom Smartphone erzählt, hättest du ihm zugehört?

Wem hörst du heute zu?

In letzter Zeit werde ich aufgrund meines Blogs des öfteren gefragt, woher ich meine Quellen, Gedanken oder meine Inspiration nehme. Daher möchte ich heute mal einige Bücher, Personen und andere Blogs erwähnen denen ich in letzter Zeit „zugehört“ habe und die mich inspiriert haben.

Ich freue mich, wenn du mir deine Inspirationsquellen teilst.

Meine Liste enthält Bücher und Personen, die folgende Themen aus einer Vogelperspektive betrachten und daher versuchen das große Ganze möglichst zeitlos zu verstehen:

  • der technische Fortschritt in den letzten Jahrhunderten
  • die aktuellen technischen Entwicklungen und Trends
  • das aktuelle Geld-, und Wirtschaftssystem
  • die Funktion der menschlichen Psyche
  • die verschiedenen Persönlichkeitstypen
  • die Gesetze der Veränderung
  • Zukunftsvisionen des technischen Fortschritts und des Zusammenlebens
  • positive und negative Sichtweisen auf das Leben selbst

„Clean Disruption“ von Tony Seba

Tony Seba behandelt den kommenden Strukturwandel in der Automobil- und der Energieindustrie. Er zeigt auf, dass die Kosten von Photovoltaikmodulen, Energiespeichern, Elektrischen Autos, Autonomen Autos mit dem Geschäftsmodell des Car Sharing sich gegenseitig verstärken und zu einem gigantischen Strukturwandel führen. Die Geschäftsmodelle der alten Industrie, welche auf vertikalen Wertschöpfungsketten basieren werden von Netzwerken abgelöst werden. Tony Seba zeigt mit einer Vielzahl an Daten, dass der Verbrennungsmotor mitsamt seiner Industrie und die Ölindustrie aus ökonomischen Grunden keine Zukunft haben. Das Buch stammt aus dem Jahr 2014 und in aktuellen Vorträgen zeigt Tony Seba auf, dass die Entwicklung sogar noch schneller voran schreitet, als seine im Buch angenommenenen Technologiekurven.

„Finite and infinite games“ von James Carse

James Carse unterscheided zwischen endlichen und unendlichen Spielen und bezieht diese auf unser Leben. Endliche Spiele erfahren wir jeden Tag und werden gespielt, weil man gewinnen möchte. Sie haben als Eigenschaft fixe Regeln, die einen Gewinner und einen Verlierer bestimmen. Unendliche Spiele haben einen anderen Charakter. Diese werden nicht gespielt, weil man gewinnen will, sondern um das Spiel am Leben zu halten. Dabei können sich die Regeln als auch die Spieler verändern, doch das Spiel läuft weiter. Er zeigt auf, dass endliche Spiele zu Titeln, Geld, Vermögen, Status und Macht führen, doch dass unendliche Spiele etwas größeres und geheimsnisvolleres beinhalten.

„Geldsozialismus“ von Roland Baader

Roland Baader, Ökonom und Anhänger der Österreichischen Schule, legt in seinen Büchern die Eigenschaften von gesundem und kranken Geld dar. Dabei zeigt er auf, dass sich das Zentralbankwesen keineswegs evolutorisch entwickelt hat, sondern dass es eine willkürliche Schöpfung durch staatliche Zwänge und politischen Interessenshintergründen ist. Es handle sich dabei nicht um eine moderne, fortschrittliche Form des Geld- und Finanzwesens. Er erklärt Inflation, Deflation, die wiederkehrenden Wirtschaftszyklen als auch die Manipulation des Zinses als wichtigsten Preisindikator einer Marktwirtschaft. Er zeigt auf, dass der Versuch die Logik und die Moral des Kapitalismus nicht außer Kraft gesetzt werden kann. Jeder Wirtschaftsbereich wird durch die sozialisitsche Droge des staatlichen Zwangs-Papiergeld krank gemacht und ruiniert werden. Des Weiteren beschreibt er das Paradox, dass der freie Markt für die Ursache der Finanzkrisen verantwortlich gemacht wird und von der Politik Lösungen erwartet werden, obwohl die westlichen Industriestaaten seit der Abschaffung des Goldstandards in einem sozialistischen Geldsystem leben.

„Geld, Gold und Gottspieler“ von Roland Baader

Baader hat noch einige weitere Bücher geschrieben. Dazu ein paar Zitate aus dem Buch „Geld, Gold und Gottspieler“:

„Man schaue sich diesen sogenannten Kapitalismus einmal am Beispiel Deutschland an. Wir finden vor: Ein fast zu 100% kollektivistisches Rentensystem, ein bis zu 90% kollektivistisches Gesundheitswesen, ein fast zu 100% verstaatlichtes Bildungswesen, staatlich und korporativistisch gefesselte Arbeitsmärkte, einen staatlich dirigierten Wohnungsmarkt, staatsgelenkte Agrarmärkte, staatlich erzwungener [Wehrdienst], Zwangsgebühren für Rundfunk und Fernsehen, mehr als hunderttausend Betriebe in öffentlcher Hand, und eine fiskalische Zwangsausbeutung, die den Bürgern zwei Drittel ihrer gesamten Lebensarbeitserträge wegnimmt.“ S.78

„Als Kapitalismus sollte man nur eine Privatrechtsordnung bezeichnen, in der die wesentlichen Freiheitselemente der Person unangetastet bleiben: Körper und Leben der Person, sowie ihr Eigentum und die Vertragsfreiheit.“ S.83

„Eigentlich sollte man diese Ordnung der persönlichen Freiheit gar nicht als Kapitalismus bezeichnen, sondern als eine Natürliche Ordnung freier Menschen.“ S.84

„Weil Märkte, Handel und Freiwilligkeit die Grundlage der Zivilisation sind, bedeutet jede andere Zielsetzung eine Bewegung in Richtung Entzivilisierung und Gewaltherrschaft.“ -Lew Rockwell S.85

„Wohlfahrtsstaat, Bürokratie und Verschuldung bilden seit der Antike stets den Auftakt zum späteren Bankrott, zum Nieder- und Untergang von Nationen.“ -Walter Wittmann S.99

„Die einzige Alternative lautet: Entweder die Krise entsteht früher durch die freiwillige Beendigung der Kreditexpansion – oder sie entsteht später als finale und totale Katastrophe für das betreffende Währungssystem.“ -Ludwig von Mises, S.121

„Die zentralistischen Entscheidungsmechanismen der Politik sind den dezentralen Entscheidungsmechanismen der Märkte immer haushoch unterlegen.“ S.139

„Die Null-Grenzkosten Gesellschaft“ von Jeremy Rifkin

Jeremy Rifkin beschreibt eine Ökonomie, welche aufgrund von Automatisierung immer geringere Produktionskosten hat. Am Ende wird aus Knappheit durch eine unendliche Produktivität Überfluss. Er beschreibt die Auswirkungen der neuen Technologien wie Erneuerbare Energien, 3D-Druck und das Internet der Dinge auf unsere Gesellschaft. Er sieht die großen Unternehmen des 20. Jahrhunderts vor einem großen Umbruch, da die neue Infrastruktur offen, dezentral und kollaborativ ist. Durch das Wegfallen der Mittelsmänner wird sich die Effizienz und die Produktivität soweit steigern lassen, dass die Kosten für die Produktion einer zusätzlichen Einheit gegen null rückt. Die vertikalen Wertschöpfungsketten werden integrierten Netzwerken zum Opfer fallen.

„Rich dad poor dad“ von Robert Kiyosaki

Rich dad poor dad ist ein Klassiker. Robert Kiyosaki behandelt darin die verschiedenen Sichtweisen und Einstellungen zu Geld. Er unterscheidet zwischen Investiton und Konsum und zwischen Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten. Anschaulich geht er auf Income statement (Gewinn- und Verlustrechnung) und Balance Sheet (Vermögensbilanz) ein, um die verschiedenen Geldflüsse zu erklären.

„Cashflow Quadrant“ von Robert Kiyosaki

Im Cashflow Quadrant beschreibt Kiyosaki die vier Möglichkeiten der Einkommensgenerierung und die einhergehenden Abhängigkeiten und Aufgaben. Er unterscheidet dabei zuwischen Angestellten, Selbstständigen, Unternehmern und Investoren. Unser Schul- und Bildungssystem ist darauf ausgerichtet Angestellter zu werden, doch in diesem Buch zeigt Kiyosaki, dass es auch anders geht.

„Der Schwarze Schwan“ von Nassim Taleb

Der Schwarze Schwan ist ein Buch über die menschliche Psyche und unserern Umgang mit unwahrscheinlichen Ereignissen. Taleb beschreibt dabei die Illusion gegenwärtige Ereignisse vollständig zu verstehen, Ereignisse retroperspektivisch zu verzerren und Sachinformationen überzubewerten. Taleb unterscheidet weiter in zwei Welten: Mediokristan und Extremistan. In Mediokristan läuft alles planbar und es gibt keine großen Ausreiser, was eine Planbarkeit vorgaukelt. In Extremistan treten Ereignisse auf, welche sich durch scharfe Sprünge und Diskontinuitäten auszeichnen. Ein wesentlicher Unterschied der beiden Welten ist dabei die Skalierbarkeit und die Auswirkung einer kleinen Anzahl an Ereignissen.

In Extremistan sind Ungleichheiten so, dass sich eine einzige Beobachtung sich unverhältnismäßig stark auf das Ganze auswirken kann. In Extremistan können somit Schwarze Schwäne/ Ereignisse mit einer geringen Wahrscheinlichkeit/ Innovationen auftreten und immense Auswirkungen auf die Geschichte haben. So müssen wir in Mediokristan die Tyrannei des Kollektiven, der Routine, des Offensichtlichen und des Vorhergesagten ertragen, während wir in Extremistan dem Singulären, dem Zufälligen, dem Ungesehenen und Unvorhersagbaren ausgesetzt sind.

„Vorhersagen erfordern Wissen über Technologien, die in Zukunft entdeckt werden werden.“ S.216

„Schelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman

Kahnemann unterscheidet zwischen zwei Arten unseres Denkens. Zum einen das System 1: Es funktioniert schnell, unterbewusst, ist immer aktiv, emotional und funktioniert automatisch. Auf der anderen Seite das System 2: Es ist langsam, muss bewusst eingesetzt werden, ist daher anstrengend, denkt logisch und ist nicht immer aktiv. Kahnemann deckt dabei Wahrnehmungverzerrungen und Selbstüberschätzungen auf.

„Omnisophie“, „Supramanie“ und „Topothesie“ von Gunter Dueck

Die Trilogie von Gunter Dueck habe ich mit Begeisterung gelesen. Im ersten Teil unterscheidet er zwischen drei Menschentypen. Dem richtigen, wahren und natürlichen Menschen. Diesen Typen ordnet er jeweils ein mathematisches Denkkonzept, eine Philosophie und eine Psychologie zu. Im zweiten Teil beschreibt Dueck die aktuelle Welt und wie die einzelnen Menschenarten durch die Forderungen „Nummer 1 sein zu müssen“ gekrümmt werden. Im dritten Teil plädiert Dueck für eine artgerechte Haltung der drei Menschentypen. Er deutet darauf hin, dass unser Lebenssinn oftmals darin besteht unseren Mangel auszugleichen, welcher uns durch das System anerzogen wird. Dieses Buch reicht von dem Mangel und der Wunde der Menschentyen über deren Bedürfnispyramiden bis zum Gottesbeweis.

„Schwarmdumm“, „Flachsinn“ und „Das Neue und seine Feinde“ von Gunter Dueck

Die weiteren Bücher von Gunter Dueck kann ich ebenfalls nur empfehlen. Auch seine Vorträge auf Youtube schaue ich mir gerne an, denn Dueck ist immer witzig, intelligent und provozierend.

„Eine kurze Geschichte von fast allem“ von Bill Bryson

Im ersten Buch unternimmt Bill Bryson eine Reise durch das Universum bis zum Aufstieg des Lebens und der Evolution. Dabei nimmt er den Leser mit auf eine Reise der großen Fragen der Wissenschaft vom Urknall, dem Sonnensystem bis zur Entdeckung der DNA.

„Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge“ von Bill Bryson

Im zweiten Buch führt Bill Bryson durch ein Haus und erzählt dem Leser warum wir so leben wie wir leben. Die Dinge des alltäglichen Lebens wie Gewürze, Kanalisation oder Familiengrößen werden in einer Kulturgeschichte des Westens verpackt.

„Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Harari

Yuval Harari erzählt die Geschichte der Menschheit. Dabei geht er darauf ein wie wir uns von anderen Lebewesen unterscheiden, wie und warum wir Religionen, Geld und die Schrift entwickelt haben. Er endet mit der Vorherrschaft des Menschen und seiner Fähigkeit zur schöpferischen aber auch zum zerstörerischen Handeln.

„Freie Privatstädte“ von Titus Gebel

Titus Gebel erkennt als wichtigstes Problem der Menschheit, dass es immer wieder Menschen gibt, die anderen ihren Willen aufdrücken wollen. Er möchte daher eine gesellschaftliche Ordnung schaffen, welche dies verhindert und plädiert für einen Markt des Zusammenlebens auf dem sich die beste Lösung langfristig durchsetzt. Er meint, dass alle freiheitlich-demokratischen Verfassungen nach dem Zivilrecht unzulässig sind, da Verträge zu Lasten Dritter entstehen. Bürger seien somit keine Kunden, sondern Untertanen, weil das Tauschgeschäft Steuern gegen Staatsleistungen nicht freiwillig geschehe. Jeder habe das Recht in Ruhe gelassen zu werden, auch von der Regierung oder der Mehrheit. In seinem Buch stellt Titus Gebel sein System der freien Privatstädte vor. Dies funktioniert anders als bei herkömmlichen Staaten, wo der Bürger zur Steuerzahlung verpflichtet ist, ohne ein korrespondierendes Leistungsrecht zu haben. Leistung und Gegenleistung sollen in einer direkten Beziehung stehen.

Blogs und Vlogs, die ich selbst lese, anschaue und höre:

misesde.org

Das Ludwig von Mises Institut Deutschland hat einen Blog und veröffentlicht regelmäßig Artikel über eine freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Mises hat eine wissenschaftstheoretische Begründung für das System freier Märkte, das auf Achtung des Privateigentums begründet ist, geliefert und jede Form staatlicher Einmischung in das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem als kontraproduktiv entlarvt und zurückgewiesen.

Horst Lüning

Horst Lüning ist Unternehmer, Ingenieur und Teslafahrer. Auf seinem Youtubekanal „UnterBlog“ berichtet er aus seiner Sicht als Unternehmer. Dabei behandelt er überwiegend Themen über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge. Als Ingenieur begeistert er sich auch für Innovationen rund um die Elektromobilität und die Raumfahrt.

Jetzt bist du dran. Wem hörst du zur Zeit zu und was begeistert dich?

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In den ersten Beiträgen hatte ich zunächst eine Utopie für den maximalen Wohlstand hergeleitet und anschließend weitere Erläuterungen zur maximalen Produktivität gegeben. Weitere wichtige Artikel behandeln die Eigenschaften von PfadabhängigkeitenEigenschaften von Technologiekurven und die Vision der Null-Grenzkosten Gesellschaft.

Mit besten Grüßen

Leo Mattes

Perfektes Geld

Perfektes Geld und langfristige Renditen

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Welche Eigenschaften hat perfektes Geld? In diesem Artikel werde ich darlegen, dass und warum perfektes Geld alle anderen Assetklassen langfristig outperformt. Das beste Geld das wir kennen ist Gold.

Was sind die Eigenschaften von perfektem Geld?

Perfektes Geld ist knapp, homogen, teilbar, lagerfähig, haltbar, transportabel und übertrag bar. Perfektes Geld wird zum Austausch von Waren und Dienstleistungen verwendet. Es dient als Wertspeicher.

Wie bekommt man kurzfristig Geld? Die knappe Menge an Geld ist im Umlauf. Um Geld zu bekommen muss man eine Gegenleistung erbringen.

Wie bekommt man langfristig Geld? Langfristig verdient man nur durch einen Produktivitätsvorsprung Geld. Ein kurzfristiger Produktivitätsvorsprung bleibt keine Geldgrube, denn es bildet sich Wettbewerb aus, welcher die Margen gegen null drückt. Gewinne sind langfristig nur durch Produktivitätsvorsprünge möglich.

Was passiert mit der Produktivität? Die Produktivität steigt durch ständige technische Entwicklung gegen unendlich. Am Ende steht eine vollständige Automatisierung aller Prozesse.

Was passiert mit den Preisen? Die Preise für Produkte und Dienstleistungen sinken durch diese Produktivitätssteigerungen gegen null.

Was passiert mit dem Umsatz? Auch der Umsatz geht durch eine vollständige Automatisierung dadurch langfristig gegen null. Umsatz ist langfristig nur durch nicht automatisierbare Lohnarbeit möglich.

Was passiert mit den Aktien, Indices? Auch diese gehen langfristig gegen null, denn wo kein Umsatz und kein Gewinn, da auch keine Vermögenswerte.

Betrachten wir die Auswirkungen in einem System, welches ein „perfekten-Geld-Standard“ hat:

Was passiert, wenn man in Aktien, Indices und andere Wertpapiere investiert? Inflation gibt es nicht, denn die Geldmenge bleibt gleich. Der Kurs und somit die Kursgewinne gehen gegen null. Die Renditen, welche aus den kurzfristigen Produktivitätsvorsprüngen entspringen, werden auch immer geringer. Zusätzlich fallen Gebühren und Steuern an. Auch Bereicherungen des Managements sind nicht ausgeschlossen.

Was passiert, wenn man in perfektes Geld investiert? Der Geldkurs bleibt konstant, denn Inflation gibt es nicht, da die Menge des perfekten Geldes nicht vergrößert wird. Gebühren, Steuern oder Bereicherungen des Managements sind ausgeschlossen. Das perfekte Geld wirft keine Rendite ab, doch die Rendite entspricht den Produktivitätssteigerungen. Dieses neue Preisniveau wird aufgrund des Wettbewerbs an den Markt weitergegeben. Man nennt dies technische Deflation.

Betrachten wir die Auswirkungen in einem System, welches kein „perfekten-Geld-Standard“ hat:

Die Geldmenge wird vergrößert (oder verkleinert) und es gibt Inflation (oder Deflation). Das perfekte Geld bleibt aber in der Menge gleich, trotz technischer Deflation aller Produkte und Dienstleistungen. Somit passt sich der Preis des perfekten Geldes an die Inflation (oder Deflation) an. Die Auswirkungen bzgl. Kursgewinnen, Renditen, Steuern und Abgaben bleiben die gleichen.

Der Zinseszins spielt in dieser Argumentation keine Rolle, denn beim Erhalten eines Zinses/einer Rendite steht man wieder vor der Entscheidung perfektes Geld zu halten oder für weitere Produktivitätssteigerungen einzusetzen. Sollte er in weitere Produktivitätssteigerungen fließen, so kommt der Zinseszins den weiteren Preisreduzierungen der technischen Deflation gleich. Zudem verringert sich der Aktienpreis bei einer Auszahlung einer Rendite um den Renditeabschlag. Für den Besitzer wird das Vermögen dadurch nicht größer. Durch Steuern auf Kapitalerträge sogar geringer.

Um am Markt besser als das perfekte Geld zu performen, müsste man immer auf die richtige Branche, den richtigen Markt oder das richtige Unternehmen setzen. Das Ganze ist wie ein Roulette-Spiel, bei dem man maximal die Einsätze der Teilnehmer gewinnen kann, wenn die Banken (und Staaten) auch mitspielen. Wenn man mitspielt kann man gewinnen, doch aufgrund von Versuch und Irrtum eines jeden Mitspielers gleicht sich das Glück in etwa aus. Und somit entspräche das Stock Picking und Market Picking den Zahlen und Farben beim Roulette. Die Banken und Staaten sitzen auch mit am Tisch und spielen fleißig mit. Doch wie wir wissen gibt es noch eine „grüne 0“ zugunsten der Banken und Staaten. Am besten also man spielt beim Roulette gar nicht erst mit und behält sein perfektes Geld.

Fazit: Das perfekte Geld performt langfristig alle anderen Assetklassen aus, denn es fallen keine Gebühren, Steuern oder sonstige Abgaben und Bereicherungen an. Die Rendite und der Zinseszins entsprechen den Preissenkungen durch die technische Deflation. Lediglich durch Stock Picking und Market Timing wären zusätzliche Gewinne möglich. Doch Studien haben gezeigt, dass aktives Investieren langfristig nicht den Markt schlägt.

Erläuterungen 1:

Angenommen man könnte in einen Index für alle Unternehmen der Welt investieren. Oder anders gesagt: Alle Unternehmen wären gedanklich ein Unternehmen und die Effekte auf die Preise aufgrund des Wettbewerbs würden weiterhin bestehen, sodass wir hier nicht von einem Monopol sprechen. Dann würde dieser Kurs des Unternehmens langfristig gegen null sinken. Durch das Heben eines Produktivitätspotentials würde der Kurs zwar kurzfristig steigen, doch anschließend wieder sinken. Die Rendite und Gewinne würden sich aus den Differenzen der Preise und des tatsächlichen Produktivitätsniveau ergeben. Diese Ausschüttungen sind somit als Ersatz für die nicht durchgeführten Preissenkungen am Markt zu sehen. Die Ausschüttungen entsprechen aber nicht den in Gänze möglichen Preissenkungen, denn durch Steuern, Abgaben und das Management fallen Anteile weg. Aufgrund des Wettbewerbs lassen sich diese Produktivitätsgewinne aber nicht langfristig vor dem Kunden verstecken. Somit kommen diese Produktivitätsgewinne der „Rendite“ des perfekten Geldes zu gute.

Erläuterung 2:

Die Tatsache, dass perfektes Geld langfristig die beste Anlageform ist führt auch zu der Tatsache, dass jeder einfach für das Alter vorsorgen kann. Es benötigt lediglich einen Dreisatz. Falls man etwa für 30 Jahre vorsorgen möchte, so benötigt man 30-mal die jährlichen Ausgaben. Die technische Deflation und somit der Rückgang der Preise ist da noch gar nicht miteinberechnet, erfolgt aber zugunsten des Sparers.

Erläuterung 3:

Kritiker mögen entgegnen, dass niemand mehr sein perfektes Geld hergeben würde. Diesem Argument ist zu entgegnen, dass genau dies doch passieren wird, nämlich aus der Zeitpräferenz des Individuums heraus. Die Ausgabe von perfektem Geld würde aus zwei Gründen erfolgen: Erstens hat das Individuum kurzfristige Bedürfnisse, welche das perfekte Geld in Umlauf bringen und im Umlauf halten. Zweitens gibt es den Drang den eigenen Lebensstandard zu erhöhen. Somit wird perfektes Geld für Erkenntnisgewinne, Produktivitätssteigerungen und somit aufgrund der Chance auf kurzfristige Gewinne ausgegeben. Zum einen also getrieben durch kurzfristige Bedürfnisbefriedigung und zum anderen aus dem Antrieb langfristigem Zuwachs an Wohlstand.

Erläuterung 4:

Haben wir heutzutage perfektes Geld? Die Eigenschaften des perfekten Geldes sind: Perfektes Geld ist knapp, homogen, teilbar, lagerfähig, haltbar, transportabel und übertrag bar. Seit vielen Jahren haben sich Edelmetalle, allen voran Gold, als Geld bewahrt. Doch auch Gold ist kein perfektes Geld, denn es kann mit entsprechendem Aufwand in Goldminen gefunden werden, was die Menge vergrößert. Durch die technischen Entwicklungen und Produktivitätssteigerungen würde etwa auch die Goldmenge leichter und leichter vergrößert werden können. Auch wenn sicherlich nicht unendlich Gold in der Erde liegt und man immer aufwändiger suchen muss. Kryptowährungen sind der Versuch ein perfektes Geld zu entwickeln und zu etablieren. Kryptowährungen, wie etwa Bitcoin, sind mathematisch limitiert und erfüllen damit diese Eigenschaften „Knappheit“ von perfektem Geld. Allerdings sind Bitcoin nicht physisch greifbar und z.B bei Stromausfall nicht nutzbar.

Es wundert nicht, dass der Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto sein Konzept unter einem Pseudonym veröffentlicht hat. Das Papiergeld der Zentralbanken entspricht keines Wegs perfektem Geld, denn dieses wird ständig durch Kreditvergabe neu geschöpft und somit in der Menge vergrößert, nur das ist der einzige Grund, warum Indices langfristig steigen. Die Abwertung des Geldes bedingt eine nominale Aufwertung der Vermögenswerte.

Erläuterung 5:

Wenn Menschen und Unternehmen ihr Vermögen in nahezu perfektes Geld – Gold – oder in Kryptowährungen umschichten würden, so würden die Aktien-, Anleihen- und weitere Assetklassen an Wert verlieren. Durch den Abzug der Vermögen aus dem aktuellen Geldsystem, hätten auch die Staaten und Zentralbanken keinen Zugriff mehr auf das Vermögen der Bürger. Die Finanzierung der Staaten durch Umverteilungen und schleichende Enteignungen wäre natürlich ebenfalls in Gefahr. Die Menschheit würde jedoch langfristig der Unterdrückung von totalitären, hierarchischen Systemen entkommen und an Wohlstand gewinnen, auch wenn die Krise durch die Neuorientierung erstmal groß wäre.

Erläuterung 6:

Das aktuelle Papiergeldsystem kann nur aufrechterhalten werden, wenn die Geldmenge stetig durch Kreditvergabe vergrößert wird. Diese Geldmengenausweitung wertet das Papiergeld im Vergleich zu perfektem Geld ab, bzw. das perfekte Geld im Vergleich zu Papiergeld auf. Die Inflation müsste demnach nicht über einen Warenkorb bestimmt werden, sondern über den Vergleich mit perfektem Geld. Edelmetalle und vor allem Gold, haben sich im Laufe der Zeit als Geld in den verschiedensten Regionen der Welt durchgesetzt.

Erläuterung 7:

Ein freier Markt für das Bezahlungsmittel würde dafür sorgen, dass sich das beste Geld durchsetzt. Der Währungswettbewerb im Gegensatz zum Geldmonopol der Zentralbanken würde den Wohlstand auf der Welt deutlich verbessern, da eine schleichende Enteignung schwer durchzuführen wäre. Bei dezentralen, anonymen Zahlungssystemen wäre auch etwa eine Besteuerung und somit die Finanzierung der Staaten allgemein gefährdet.

Erläuterung 8:

Studien zeigen, dass aktive Fonds langfristig schlechter abschneiden, als wenn man den Markt etwa durch passive Fonds wie ETFs abbildet. Der Markt bildet aber langfristig nur die Inflation ab, falls sie besteht. Denn Geld ist ein Nullsummenspiel. Der Gewinn des einen ist der Verlust des anderen. Eine Investition, welche den Markt abbildet, macht somit langfristig keinen Sinn, wenn man auch perfektes Geld halten kann. Denn das Halten von perfektem Geld benötigt keine Ordergebühren, keine Steuern und keine Fondmanagergehälter, höchstens Kontogebühren oder Lagerkosten.

Erläuterung 9:

Das Investieren allgemein ist demnach ein Versuch die Produktivität und somit den Wohlstand zu vergrößern. Durch dieses aktiv werden besteht die Hoffnung auf das richtige Pferd/das richtige Unternehmen/den richtigen Markt zu setzen. Aus Gründen des Nullsummenspiels werden nicht alle Investoren gewinnen können und die Summe aller Gewinne und Verluste wird null sein. Doch der Wohlstand wird bei erfolgreichen Innovationen und Produktivitätssteigerungen allen zugutekommen, auch denen, die nicht investiert haben.

Erläuterung 10:

Die Ausweitung der Geldmenge bevorzugt zudem die Kreditnehmer, da sich die Güterpreise bei der Kreditentnahme nicht sofort der Inflation anpassen. Kreditnehmer können günstig einkaufen, was eine Umverteilung bedingt.

Erläuterung 11:

Die Volkswissenschaften argumentieren oftmals damit, dass eine Inflationsrate nahe 2% für die Investitionstätigkeiten notwendig wäre. Dies mag zwar die Zeitpräferenz dahingehend verändern, dass das Geld lieber durch Konsum oder Investition ausgegeben wird, aber es widerlegt nicht die Tatsache, dass auch in einer Phase technischer Deflation der Konsum oder Investitionen zurück gehen. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass PCs, Smartphones, Internetverträge, Photovoltaikanlagen…nachgefragt wurden, obwohl ein weiterer zukünftiger Preisverfall abzusehen war.

Erläuterung 12:

„Am Ende des Monats bleibt kein Geld übrig“. Dies wird oftmals in politischen Diskussionen als Argument für Ungerechtigkeiten vorgebracht. Doch in einer statischen Gesellschaft, in der keine Produktivitätsvorsprünge mehr vorhanden sind, als auch in einer Gesellschaft mit perfektem Geld, wird der Durchschnitt/die Summe aller Cashflows gleich null sein. Geld ist primär zum Tauschen und allenfalls für die Altersvorsorge da. Den Anspruch, dass alle ihr Vermögen vergrößern könnten, gibt das System nicht her. Sehr wohl aber eine Vergrößerung des Wohlstands aller.

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In den ersten Beiträgen hatte ich zunächst eine Utopie für den maximalen Wohlstand hergeleitet und anschließend weitere Erläuterungen zur maximalen Produktivität gegeben. Weitere wichtige Artikel behandeln die Eigenschaften von Pfadabhängigkeiten, Eigenschaften von Technologiekurven und die Vision der Null-Grenzkosten Gesellschaft.

Mit besten Grüßen

Leo Mattes

Interessanter Artikel des Ludwig von Mises Institut: Ein freier Markt für Geld – So einfach geht’s!

Demokratie

Die Anreizsysteme der Demokratie

Veröffentlicht

In diesem Beitrag behandle ich die Anreizsysteme der Demokratie.

Ein Mensch ist nicht unabhängig, sondern agiert im Rahmen eines Anreizsystems. Das Anreizsystem der Natur ermöglicht auf Basis einer freiwilligen Kooperation einen Tauschhandel, welche die Geldmenge im System erhält und den Wohlstand beider Seiten vergrößert. Echtes Geld ist somit ein Nullsummenspiel, während der Wohlstandsgewinn kein Nullsummenspiel ist.

Im letzten Beitrag habe ich die Sackgasse des aktuellen Geldsystems aufgezeigt. Durch die Aufhebung des Goldstandards 1971 leben wir nicht mehr in einem System mit einer fixen Geldmenge, sondern im Geldsozialismus. Gesteuert von den Zentralbanken wird die Geldmenge vergrößert und die Vermögen werden durch diese Geldentwertung verringert.

Heute betrachte ich unser politisches System: die Demokratie. Und wir werden auch heute sehen, dass uns dieses System in eine Sackgasse führt, wenn die Anreize nicht überwunden werden können, denn Eingriffe der Politik in den Markt und in die Freiheit stellen ein Problem dar.

„Ab welchen und wievielen demokratischen Entscheidungen ist die freiheitliche demokratische Grundordnung nicht mehr freiheitlich?“

Was ist die Demokratie?

Die Demokratie ist ein politisches System, in dem das Volk durch Wahlen Entscheidungen trifft oder Repräsentanten auswählt. Die Legitimierung gründet auf der Idee, dass Mehrheitsentscheidungen aufgrund der Überzeugungen des Individuums auch für das gesamte System zur größtmöglichen Gerechtigkeit führen, ohne dass eine autoritäre Person oder Gruppe die Gesetze für das Zusammenleben festsetzt.

Der Kreislauf der Demokratie nach Free Private Cities

Diese Herrschaft der Mehrheit führt aber dazu, dass Verträge zu Lasten Dritter, also der Minderheit, geschlossen werden. Wenn also die Mehrheit freiheitliche Werte vertritt, dann funktioniert die Demokratie, sobald die Mehrheit sich aber als Opfer sieht oder den Versprechen von Politikern verfällt, funktioniert sie nicht mehr. Die Freiheit wird dann durch Gesetze und Umverteilungen immer atomarer eingeschränkt, bis sie nicht mehr da ist. Diese Kompromisswirtschaft bietet am Ende für kein Individuum das Optimum, welches auf dem freien Markt entstanden wäre. Die produktive Klasse wird immer weniger, die bürokratischen Umverteilungsprozesse werden immer auswuchernder, bis dem Staat das Geld ausgeht und es zu einem Systemwechsel führt. Die folgende Abbildung [1] zeigt diesen Kreislauf der Demokratie nach Free Private Cities.

Der Demokratische Zyklus

Demokratischer Zyklus

Die einzelnen Schritte im Überblick:

  1. Nahezu alle Menschen wollen ihren Lebensstandard erhöhen. Sie wollen das auf eine möglichst einfache Weise tun.
  2. Der leichteste Weg, seinen materiellen Lebensstandard zu erhöhen, ist anderen etwas wegzunehmen. Dies entspricht dem Minimalprinzip: Der Mensch ist konditioniert, mit möglichst wenig Aufwand so viel wie möglich zu erhalten.
  3. Die meisten tun sich aber schwer, einfach in ein Geschäft zu marschieren und sich Waren ohne Bezahlung einzupacken oder dem Nachbarn sein Geld abzunehmen.
  4. Sie tun sich leichter, einen Dritten damit zu beauftragen, der das für sie mit dem Hinweis übernimmt, dass das Ganze rechtmäßig sei und der dem Vorgang zudem noch ein moralisches Mäntelchen umhängt.
  5. Daher wenden sich die Menschen an den Staat. Denn der Staat ist die einzige Institution, die ungestraft anderen die Früchte ihrer Arbeit wegnehmen darf. Das ändert aber nichts an dem Vorgang der Wegnahme, der in derselben Gesellschaft sonst den Tatbestand des Diebstahls beziehungsweise Raubs darstellt („Du sollst nicht stehlen“).
  6. Regierungen und Politiker bedienen diese Wünsche, andernfalls werden sie abgewählt oder abgesetzt zugunsten derjenigen, die das Tun. Sowohl die Politik als auch die Verwaltung und die Leistungsempfänger sind massiven Anreizen ausgesetzt dieses System zu ihrem Vorteil zu nutzen. Die kurzfristigen Versprechen werden wichtiger als die langfristigen Erfolge.
  7. Nach und nach finden immer mehr gesellschaftliche Gruppen heraus, wie man die Macht des Staates für eigene Zwecke einsetzen kann. Der Staat – nicht wirtschaftliche Aktivität – wird die Hauptquelle zur Erhöhung des Lebensstandards. Ein Sozialstaat bestraft Bescheidenheit und Zurückhaltung und belohnt Überkonsum und Unehrlichkeit. Denn es gilt: Jede Subvention lässt die Menge der subventionierten Güter wachsen.
  8. Immer weniger Menschen sind im produktiven Sektor tätig. Verteilungskämpfe werden intensiver, die Staatsverschuldung wächst. Der Sozialstaat verschlimmert somit die Zustände, die er bekämpfen will und spaltet die Gesellschaft.
  9. Dem Staat geht schließlich das Geld aus. Die daraus resultierende Krise führt zu Radikalreformen oder gar Systemwechseln. Das Spiel beginnt von vorn.

Ergänzend hierzu das Ölfleckentheorem

Das Ölflecktheorem ist eine ökonomische These, welche besagt, dass ein einzelner staatlicher Ersteingriff immer weitere Eingriffe in die Wirtschaft nach sich zieht. Diese Interventionsspirale führt zur beschriebenen Pfadabhängigkeit.

Staatsquoten

Nun werden wir uns diese Entwicklung anhand der Staatsquoten näher anschauen.
Was ist die Staatsquote? Die Staatsquote ist das Verhältnis der Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt. Also das Verhältnis der Staatsausgaben zum Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen, die im Zeitraum eines Jahres hergestellt wurden.

Staatsquoten

Wie in der Abbildung [2] gut zu erkennen ist, steigen die Staatsquoten in den großen demokratischen Volkswirtschaften an. Der zunehmende Einfluss eines Staates ist auch Grund für die Notwendigkeit von Wachstum.

In welcher Phase des demokratischen Zyklus sind wir aktuell?

Ich denke, dass wir uns bereits in Stufe 7, 8 oder 9 befinden, denn die weltweiten Strömungen gegen das Establishment sind nicht übersehbar. Ebenso wenig die Bestrebungen die sozialistischen Umverteilungen weiter voran zu treiben.

Weltweit erleben wir einige Proteste gegen das bestehende Establishment. Trump in USA, Großbritannien möchte aus der EU, in Deutschland die AfD, in Frankreich die Front National, in Italien Lega Nord, Hong Kong möchte Unabhängigkeit von China, Katalonien möchte Unabhängigkeit von Spanien…

Gleichzeitig erleben wir auch immer sozialistischere Experimente der weltweiten Notenbanken, wie ich es in meinem letzten Artikel beschrieben hatte. Auch die Klimaprotestbewegungen möchten stärkere Verbote und Umverteilungen. Die Political Correctness, Genderquoten, Uploadfilter im Internet und Verordnungen im Namen des Verbraucherschutzes sind strengere Kontrollen, Regeln und Ordnungen. Das Abschalten von Kraftwerken, Dieselfahrverbote oder Mietpreisbremsen sind ebenfalls unübersehbare Enteignungen und Eingriffe in den Markt.

Die einen fordern vom Staat mehr Umverteilung und Kontrolle zu ihren Gunsten, während die anderen vom Staat weniger Umverteilungen und mehr Selbstbestimmung erstreben. Dies führt weltweit zu einer Spaltung der Gesellschaften und immer heftigeren Verteilungskämpfen.

Wenn diese Anreize im System bestehen sollten, dann stellt sich demnach die Frage ab wievielen und ab welchen demokratischen Entscheidungen die freiheitliche demokratische Grundordnung nicht mehr freiheitlich ist.

„Ab welchen und wievielen demokratischen Entscheidungen ist die freiheitliche demokratische Grundordnung nicht mehr freiheitlich?“

Es bleiben demnach vier Möglichkeiten wie es weiter geht:

  1. Die Politik gibt den sozialistischen Ideen nach und die Umverteilung im Namen des Wohlfahrtsstaat nimmt weiter zu. Die produktiven Gesellschaftsschichten werden somit noch weiter enteignet. Den Staaten und Bürgern geht aber irgendwann das Geld aus und es gibt nach dem Systemkollaps einen Neustart.
  2. National, konservative Parteien und Politiker kommen an die Macht. Sie setzen die Wünsche ihrer Wählergruppe um, was aber auch wieder zu weiteren, aber anderen Umverteilungen führt. Nur als Ergebnis einer anderen Ideologie. Auch dies führt langfristig dazu, dass den Staaten und Bürgern das Geld ausgeht.
  3. Die Politik tut nichts. Dies führt zur Abwahl, weil vorhandene Probleme nicht angegangen werden. Immerhin kämen bis zur Wahl keine weiteren Gesetze hinzu, die die Freiheit einschränken würden.
  4. Freiheitliche Parteien kommen an die Regierung und gehen gegen die Bürokratie und die Umverteilung an. Dies hätte jedoch die Folge, dass alle Unternehmen und Menschen, welche vom Staat abhängig sind und profitieren, ihre Lebensgrundlage verlieren. Da dies mittlerweile ziemlich viele sind, da die Staatsquote stetig gestiegen ist, dürfte auch diese Möglichkeit zu sozialen Konflikten führen. Des Weiteren wären die Anreizsysteme der Demokratie nicht beseitigt, was eine Gegenströmung für sozialistische Parteien ermöglicht.

Wir sehen also, dass unser politisches System in einer Sackgasse gefangen ist. Eine zunehmende Umverteilung und somit auch Abhängigkeiten führen dazu, dass mehr und mehr Menschen nach dem Staat rufen. Ein zurückdrehen dieser Spirale ist nur schwer möglich, weil abhängige Unternehmen und Menschen es verlernt haben Verantwortung zu übernehmen.

Die Mehrheit lässt sich von den bedingungslosen Versprechungen der Politik verleiten, doch am Ende muss auch jemand dafür bezahlen. Aus einer freiheitlichen Ordnung wird ein Wohlfahrtsstaat. Ein ausufernder Wohlfahrtstaat nähert sich dem Sozialismus an, bis dem Staat und den Bürgern das Geld  und die Freiheit ausgeht. Theoretisch könnte dieses Problem durch Vernunft und Überzeugungskraft überwunden werden, doch evtl. ist in der Praxis das Minimalprinzip stärker. Politiker, die Leistungskürzungen befürworten, werden über kurz oder lang abgewählt oder ausgetauscht. Otto von Bismarck, der Erfinder des Sozialstaates, bezeichnete diesen als „Staatssozialismus“. Am Ende seines Lebens zog er folgendes Fazit:

„Es ist möglich, dass unsere Politik einmal zugrunde geht, wenn ich tot bin. Aber der Staatssozialismus paukt sich durch. Jeder, der diesen Gedanken wieder aufnimmt, wird ans Ruder kommen.“ – Otto von Bismarck

Dabei war er aber nicht der einzige, der dieser Meinung war.

Im Folgenden einige weitere Zitate:

“The democracy will cease to exist when you take away from those who are willing to work and give to those who would not.” – Thomas Jefferson

„Democracy has nothing to do with freedom. Democracy is a soft variant of communism, and rarely in the history of ideas has it been taken for anything else. “ – Hans-Hermann Hoppe

„Die Demokratie setzt die Vernunft im Volke voraus, die sie erst hervorbringen soll.“ – Karl Jaspers

„As for the moral status of majority rule, it must be pointed out that it allows for A and B to band together to rip off C, C and A in turn joining to rip off B, and then B and C conspiring against A, and so on.“- Hans-Hermann Hoppe

„Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtstaat, der die menschliche Verantwortung und die individuelle Leistung absinken lässt.“ – Ludwig Erhard

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“ -Benjamin Franklin

„Ich bin erschrocken, wie übermächtig der Ruf nach kollektiver Sicherheit im sozialen Bereich erschallte. Falls diese Sucht weiter um sich greift, schlittern wir in eine gesellschaftliche Ordnung, in der jeder die Hand in der Tasche des anderen hat.“ – Ludwig Erhard

„Eine freiheitliche Wirtschaftsordnung kann auf Dauer nur dann bestehen, wenn und solange auch im sozialen Leben der Nation ein Höchstmaß an Freiheit, an privater Initiative und Selbstvorsorge gewährleistet ist.“- Ludwig Erhard

„Der Neid galt einst als eine der sieben Todsünden, bevor er unter neuem Namen zu einer der am meisten bewunderten Tugenden wurde. Soziale Gerechtigkeit.“
-Thomas Sowell

„Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.“ – Erich Honecker

„Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch.“ – Ludwig Erhard

„Eine gute Regierung ist wie eine geregelte Verdauung. Solange sie funktioniert, merkt man von ihr kaum etwas.“ -Erskine Caldwell

„Politik ist die Kunst stets neue Gründe für neue Steuern zu entdecken.“- Helmar Nahr

„Früher litten wir an Verbrechen, heute an Gesetzen.“-Tacitus

„Staatskunst ist die kluge Anwendung persönlicher Niedertracht für das Allgemeinwohl.“ -Abraham Lincoln

„Der Staat ist die große Fiktion, nach der sich jedermann bemüht, auf Kosten jedermanns zu leben.“- Frédéric Bastiat

„Der Markt ist der einzige demokratische Richter, den es überhaupt in der modernen Wirtschaft gibt.“- Ludwig Erhard

„Politik ist ihrem Wesen nach kooperationshemmende Intervention- sie zerstört in jeder Form, die sie annimmt, die Freiheit. Es gibt im Sinne der Freiheit daher keine „richtige“ Politik; freiheitsherstellend und -erhaltend ist nur die konsequente Abstinenz von Politik.“-Rolf W. Puster

„Die beste und schönste Definition für Liberalismus lautet: Nicht Gott spielen zu wollen.“- Roland Baader

Abschließen möchte ich mit einem bekannten und wichtigen Zitat von Roland Baader.

“Das Gegenteil von (politisch) ‚links‘ ist nicht ‚rechts‘ – und das Gegenteil von rechts ist nicht links. Der braune Sozialismus war und ist nur eine Variante des roten Sozialismus. Das Gegenteil von ‚links‘ (und von ‚rechts‘) ist: ‚freiheitlich‘ und ‚offen‘, sowie ‚rechtsstaatlich‘ im ursprünglichen Sinne des Wortes. Und freiheitlich, offen und rechtsstaatlich bedeutet zugleich: So viel persönliche und private Entscheidungsautonomie des Bürgers als möglich. Und das wiederum heißt zugleich: So wenig Staat und Politik als überhaupt möglich, und so wenig Parteien- und Funktionärskompetenzen als gerade noch denkbar.” – Roland Baader

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In den ersten Beiträgen hatte ich zunächst eine Utopie für den maximalen Wohlstand hergeleitet und anschließend weitere Erläuterungen zur maximalen Produktivität gegeben. Weitere wichtige Artikel behandeln die Eigenschaften von Pfadabhängigkeiten, Eigenschaften von Technologiekurven und die Vision der Null-Grenzkosten Gesellschaft.

Mit besten Grüßen

Leo Mattes

Quellen:

[1] Demokratischer Zyklus Free Private Cities auf Facebook

[2] Staatsquoten

[3] Ölflecktheorem