Leo Mattes

Da weiß ja ein 10-Jähriger mehr über Wirtschaft

10Jähriger

In diesem Beitrag werde ich die wahren Gesetzmäßigkeiten der Praxeologie aus der Sicht eines 10-Jährigen betrachten und wir werden sehen, dass irgendwo im Schulsystem die Vernunft abhandenkommt, denn schon ein 10-Jähriger weiß intuitiv, dass nur Eigentum und Vertragsfreiheit sowie eine freiwillige Kooperation zu Wohlstand führen.

  1. Jeder Mensch ist ein Individuum und hat andere Bedürfnisse. Dies erkennt ein 10-Jähriger bereits daran, dass er selbst mehrere Bedürfnisse hat, die er aber nicht gleichzeitig befriedigen kann. So hat er Hunger, Durst, möchte Spielen oder schlafen. Alleine die Tatsache, dass man nicht alles gleichzeitig machen kann zeigt ihm, dass er selbst ganz verschiedene Bedürfnisse hat und dies auch auf die anderen Individuen, wie seine Eltern und Freunde zutrifft.
  2. Güter sind begrenzt. Egal ob er mit Lego spielt oder einen Kaufladen hat. Er kommt irgendwann zu einem Punkt an dem alle Steine und alle Produkte aufgebraucht sind. Selbst wenn er Geld bastelt, so wird es nicht mehr Legosteine geben.
  3. Privatbesitz ist wichtig. Jeder 10-Jährige identifiziert sich mit seinem Kuscheltier und möchte nicht, dass es ihm weggenommen wird. Er möchte für sich entscheiden ob und wann er es hergibt. Nur er alleine weiß, was er will.
  4. Die goldene Regel, Gewalt ist keine Lösung. Dieser Satz hat ein 10-Jähriger in seinem Leben bereits sehr oft gehört und er hat ihn ebenso wie die Tatsache, dass jeder Mensch ein Individuum ist, bereits verstanden. Er möchte mit seinem Spielzeug spielen, ohne, dass er dabei gestört wird und sollte daher auch auf die anderen Kinder Rücksicht nehmen. Er empfindet eine Ungerechtigkeit, wenn ihm seine Sachen weggenommen werden.
  5. Jeder Mensch ist Produzent und Konsument. Der 10-Jährige weiß, dass es keine Trennung zwischen Produzenten und Konsumenten gibt, da produzieren und konsumieren nur bestimmte Handlungsweisen sind. Er kann sowohl Bilder malen, Fotos machen oder Blumen gießen, als auch Eis essen, eine Brezel kaufen oder einen Film schauen. Er kennt keinen Klassenkampf.
  6. Keine Zentralinstanz weiß alles. Jeder 10-Jährige mit einem Smartphone hat innerhalb von wenigen Augenblicken mehr Informationen gegoogelt als der Lehrer, der vor der Klasse steht. Er kann eine Autorität gar nicht wirklich ernst nehmen, denn er erkennt, dass der Lehrer ihn zwar benotet, aber nur wenige beliebig ausgewählte Kompetenzen hat. Der 10-Jährige erkennt, dass nicht die Antwort, sprich das Suchergebnis, sondern die Frage, sprich die Suchbegriffe selbst, die Herausforderung sind.
  7. Jede Handlung hat eine Unsicherheit. Jeder 10-Jährige hat in seinem Leben schon viel versucht. Er hat das Laufen, Fahrrad fahren und das Bälle fangen versucht und jedes Mal musste er die Erfahrung machen, dass nicht jeder Versuch zu einem Erfolg führt. In seinem Leben musste er schon öfter die Erfahrung machen, dass etwas Unvorhersehbares und etwas unplanmäßiges passiert ist, sodass er sein Ziel nicht erreichen konnte. Er weiß, dass Versuch und Irrtum für den Fortschritt notwendig sind.
  8. Jeder Mensch ist Kapitalist und Fortschritt braucht Zeit. Jeder 10-Jährige hat in seinem Leben schon einmal etwas Geld bekommen und für ein Eis oder etwas anderes gespart. Er weiß daher, dass er auf sein Ziel hinarbeiten muss und er es nicht sofort erreichen kann. Nur er weiß am besten für was er gerade spart. Er schätzt daher den Kapitalismus, denn dieser ist nichts anderes als das Recht zu sparen.
  9. Ein freiwilliger Tausch bringt beiden Seiten einen Vorteil. Jeder 10-Jährige hatte schon mal das Erlebnis, dass er ein Pausenbrot dabei hatte, welches ihm nicht so gut schmeckt. Doch durch einen Tauch mit einem Freund hilft er sich und seinem Freund aus, sodass jeder ein besseres Pausenbrot erhält. Er erkennt dadurch den Vorteil einer Spezialisierung und einer Arbeitsteilung, denn sonst käme ein Tausch gar nicht zustande. Er schätzt somit die freie Marktwirtschaft und den Vorteil von Kooperationen.
  10. Geld ermöglicht eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Jeder 10-Jährige, der etwas angespart hat, überlegt, was er damit kaufen könnte. Er vergleicht die Warenangebote. Nur durch den gemeinsamen Nenner der Geldpreise kann er überhaupt seine Kaufkraft einschätzen und beurteilen, ob ihm ein Tausch einen Vorteil bringt oder nicht. Er denkt automatisch ressourceneffizient und möchte am meisten für sein Geld haben. Ein 10-Jähriger belohnt durch einen klugen Einsatz von Geld nicht nur sich, indem er mehr bekommt, sondern auch noch den Anbieter mit dem besten Angebot, denn die anderen Anbieter gehen leer aus. Er erkennt den Sinn einer Wirtschaftlichkeitsrechnung und den Sinn eines gemeinsamen Nenners.
  11. Jeder Interventionismus führt zu weniger Wohlstand. Wenn der 10-Jährige auf dem Spielplatz eine Sandburg baut, so baut er sie nach seinen Vorstellungen. Wenn jedoch jemand vorbeikommt und ihm verbietet einen Wassergraben oder einen zweiten Turm an die Burg zu bauen, so weiß der 10-Jährige natürlich, dass dies dazu führt, dass er nicht mehr seine schönste Burg bauen kann.
  12. Gewaltsame Umverteilung ist unfair. Wenn ein 10-Jähriger im Herbst Kastanien sammelt, so gehören sie ihm und er kann damit entscheiden was er will. Ein gewaltsames Eingreifen und eine Umverteilung der Kastanien zwischen allen Kindern findet er zurecht unfair, denn er hatte die Mühe die Kastanien zu sammeln. Und nur er sollte entscheiden, was mit den Kastanien passiert.
  13. Es gibt kein geistiges Eigentum. Jeder 10-Jährige war schonmal in einer Situation in der er zusammen mit seinem Freund ein Bild gemalt hat. Keiner der beiden hat ein Recht dem anderen vorzuschreiben was er nicht malen darf. Natürlich dürfen beide dasselbe Bild malen und tun dies.
  14. Das Handeln betrifft materielle und immaterielle Dinge. Jeder 10-Jährige hat Beziehungen zu seiner Familie und zu seinen Freunden. Er weiß, dass das Leben nicht nur aus materiellen Dingen besteht, sondern auch aus immateriellen Gefühlen. Diese berücksichtigt er selbstverständlich in seinem Handeln.

Woher kommt der Glaube, dass Umverteilung oder Inflation einen positiven Effekt haben? Selbst ein 10-Jähriger weiß, dass nur Eigentum, Vertragsfreiheit und die freiwillige Kooperation zu Wohlstand und Glück führen.

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Beste Grüße

Leo Mattes

Literaturempehlung:

Human Action – Ludwig von Mises