Leo MattesPraxeologie

Der Todestrieb des Sozialismus

Todestrieb des Sozialismus

In diesem Beitrag zeige ich den Todestrieb des Sozialismus auf.

Die Wissenschaft der Praxeologie stellt das Individuum in den Mittelpunkt und zeigt, dass nur freiwillige Kooperationen zu mehr Wohlstand führen. Das Eigentum und die Vertragsfreiheit stehen dabei im Mittelpunkt. Igor Schafarewitsch untersucht in seinem Buch „Der Todestrieb in der Geschichte“ welche Gemeinsamkeiten sozialistische Systeme hatten und haben. Wie wir aus der Praxeologie wissen, müssen sozialistische Systeme scheitern und dies haben sie in der Vergangenheit auch immer getan.

Schafarewitsch zeigt die Ziele des Sozialismus auf und legt dar, dass in jedem sozialistischen System das Individuum, die Familie, das Eigentum, die Religion und Kunst & Kultur bekämpft wurden. In diesem Beitrag werde ich die Kernaussagen seines Buches darstellen.

Die Ziele des Sozialismus

Schafarewitsch stellt fest, dass es keine einheitliche und widerspruchsfreie Definition für Sozialismus gibt. Jede Form des Sozialismus entsteht aber als Kritik an die ihn umgebene Gesellschaft und beschuldigt sie der Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unfreiheit, während der Sozialismus selbst immer wieder unvergleichlich größere Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten und Sklaverei hervorgebracht hat.

Jede Form des Sozialismus möchte eine ideale Form des Staates anstreben. Er endet jedoch in einem System, in dem die Privatinteressen beseitigt sind, die Liebe zum Nächsten durch die Liebe zur staatlichen Ordnung verdrängt ist, alle Gedanken der Bevölkerung sich auf das Einheitliche konzentrieren und das System durch Denunziantentum, Kollektivhaftung und strenge Strafen gefestigt wird.

Der Sozialismus verfolgt konsequent jene Ziele, die dem Staat und dem Herrschaftsanspruch nützen. Dies ist die Aufhebung des Privateigentums, die Abschaffung der Religion (der Glaube an das Wahre, Schöne und Gute) und die Zerstörung der Familie. Alle diese Ziele dienen dem Hauptziel der Vernichtung des Individuums und jeglicher Individualität und letztendlich auch jeglicher Lebendigkeit. Es soll eine anonyme Gesellschaft geplant werden und hervorgehen, in der alle Menschen gleich und identisch sind, und wie eine Maschine funktionieren und dem System dienen.

Der Sozialismus erweist sich als Widerspruch zu allem Lebendigen und führt unweigerlich zum Tod und ist nicht durchführbar.

Bekämpfung der Individualität

Der Sozialismus ist das Streben nach sozialer Gerechtigkeit. Es ist unstrittig, dass alle sozialistische Lehren und Bewegungen an einen Protest appellieren, welcher die Ungerechtigkeiten der herrschenden sozialen Ordnung kritisiert. Der Aufschrei nach Gemeinsamkeiten und Gleichheit bringt in seiner negativen Form das Bestreben mit sich, jede Hierarchie der Gesellschaft zu vernichten. Privilegien und Unterschiede sollen beseitigt werden und das Vermögen der Wohlhabenden soll herabgesetzt werden.

Häufig bringt dies eine Feindseligkeit gegenüber der Kultur mit sich, die als Ursache für geistige und intellektuelle Ungleichheit gesehen wird, was in einem Aufruf zur Kulturvernichtung führt.

Die Willensfreiheit und Handlungsfreiheit des einzelnen Individuums wird geleugnet und soll durch ein neues gesellschaftliches Bewusstsein ersetzt werden.

Abschaffung des Eigentums

Der Sozialismus ist die Theorie zur Vorbereitung und Durchführung einer Revolution, eine Aufstellung von Regeln, denen man folgen muss, um die Macht zu ergreifen. Gleichzeitig ist er eine Mittel der Macht, um einen absoluten Staat hervorzubringen, der sich das gesamte Leben Untertan macht: der Etatismus. Sobald der Staat das ganze Leben kontrolliert, so ist die Frage, in welchem Maß das Privateigentum zulässig ist, nicht mehr wesentlich.

Schafarewitsch arbeitet heraus, dass eine überwältigende Mehrheit der sozialistischen Lehren eine mehr oder weniger radikale Vermögensgemeinschaft proklamiert. Dies führt zu einer Verstaatlichung der Produktionsmittel im Namen der Gesellschaft. Die Abschaffung des Geldes wird ebenfalls häufig als Ziel formuliert.

Aufhebung von Ehe & Familie

Mit dem Übergang der Produktionsmittel in Gemeineigentum hört die Einzelfamilie auf eine wirtschaftliche Einheit in der Gesellschaft zu sein. Die privaten Haushalte verwandeln sich in eine gesellschaftliche Industrie. Die Pflege und Erziehung der Kinder werden öffentliche Angelegenheit und die Gesellschaft sorgt sich für alle Kinder gleichmäßig, egal ob sie eheliche oder uneheliche Kinder sind.

Der Sozialismus verbreitet eine gefährliche Einstellung gegenüber der Familie als Institution, weil sie die Partei, die Klasse oder dem Staat entgegensteht. Die Familie soll in den bürokratischen Staat eingegliedert werden und die Ziele sollen der Kontrolle des Staates unterliegen. Die Familie wird herabgesetzt und die Familienbeziehungen werden geschwächt und gewisse Funktionen der Familie werden aufgehoben.

„Von dem Moment an, in dem die Familie beginnt, sich der Gesellschaft entgegenzustellen und sich in den engen Kreis ihrer rein familiären Interessen einzuschließen, beginnt sie, in der gesamten gesellschaftliche Ordnung des Lebens eine konservative Rolle zu spielen. Eine solche Familie müssen wir ohne Zweifel vernichten.“ – aus „Alte und neue Lebensweise“ von Grigorow und Schkotow, 1927

„Es ist klar, dass in der zukünftigen sozialistischen Gesellschaft, in der Erziehung, Bildung und Unterhalt der Kinder nicht mehr zu den Pflichten der Eltern gehören und vollständig von der ganzen Gesellschaft übernommen werden, auch die Familie absterben muss.“ – aus einem Sammelband „Familie und tägliches Leben“, 1927

„Ein ungeordnetes Geschlechtsleben schwächt zweifellos jeden als Kämpfer.“  – Lenin, russischer kommunistischer Politiker

„Vom sozialistischen Standpunkt aus ist die Ansicht eines einzelnen Gesellschaftsmitglieds, dass sein Körper sein natürliches persönliches Eigentum sei, völlig sinnlos, da das Individuum nur einen einzelnen Punkt beim Übergang der Gattung von der Vergangenheit zur Zukunft darstellt. Doch noch zehnmal unsinniger ist diese Anschauung hinsichtlich der „eigenen“ Nachkommenschaft.“ -Preobraschenski, sowjetischer Politiker

„Zu Lasten des individuellen Glücks, zu Lasten der Familie wird die Moral der Arbeiterklasse die Teilnahme der Frau an dem Leben verlangen, das sich jenseits der häuslichen Schwelle entfaltet.“ – aus „die neue Moral und die Arbeiterklasse“ von Kollontai, russische Schriftstellerin, 1919

Das sozialistische Bestreben führt immer wieder zu einer Verwahrlosung der Kinder und zur Aufhebung der Familien. Diese Tendenz führt sogar bis zu dem Bestreben die Geschlechtsunterschiede zu überwinden und ausgleichen zu wollen. Der Sozialismus steht nicht nur der Individualität feindlich gegenüber, sondern auch der Familie.

Bekämpfung von Kunst & Kultur

Schafarewitsch stellt dar, dass der Sozialismus in fast allen Erscheinungsformen davon ausgeht, dass die Hauptprinzipien, die sowohl das einzelne Leben als auch das der Menschheit bestimmen, nicht über die Befriedigung materieller Interessen oder einfachster Instinkte hinausgehen.

Doch gerade im kulturellen und künstlerischen Schaffen kann das Individuum teilnehmen, ohne dass es einfach ersetzt werden kann. Dadurch, dass der Sozialismus die Individualität verneint, bekämpft er auch immer wieder die Freiheit und das Ergebnis von Kunst und Kultur.

Zur bekämpfung der Kultur gehört auch die Pervertierung der Sprache und die Verdrängung der  Geschichte.

Bekämpfung der Religion

 „Die Geheimnisse der Natur erkennen, heißt, die göttlichen Dinge erkennen; und die göttlichen Dinge in der Schöpfung erkennen, heißt, Gott selbst erkennen, weil Gott sich in jeder sichtbaren Sache und jedem Körper aufhält.“ – G. Winstanley in „Ausgewählte Pamphlete“, 1950

Schafarewitsch zeigt auf, dass der Sozialismus eine Religion sei, „die sich auf den Atheismus und die Menschgottheit, auf die Selbstvergöttlichung des Menschen und der menschlichen Arbeit stützt“ und sich somit über die Natur und die Schöpfung stellt. Dadurch entstehen neue Vorstellungen und Sitten und schafft alte religiöse und freiheitliche Lebensweisen ab.

Im Zentrum steht die Vergöttlichung des Herrschers, der durch den allmächtigen Staat verkörpert wird. Der Sozialismus ist somit die Loslösung vom Glauben an Gott hin zu einem Glauben an das Nichts. Er ist eine Art Religionsverfall. Der Sozialismus und die Überheblichkeit gegenüber der Natur bleiben übrig, wenn man aus der Menschheit die Verbindung mit Gott, dem Schöpfer und der Natur entfernt.

Schafarewitsch meint, dass man deshalb Sozialisten nicht zu Atheisten zählen sollte, sondern zu Gotthassern. Denn auch wenn der Sozialismus mit dem Verlust eines religiösen Gefühls zu tun hat, so kann dieser Platz, den die Religion einnahm, nicht einfach leer bleiben. An diesem Platz erscheint der starke Staat, welcher nur mit Zwang und Gewalt vorgehen kann.

Der Glaube an das Wahre, Schöne und Gute, die stärkste Unterstützung und das tiefste Verständnis findet die menschliche Individualität in der Religion und in der Verbindung zur Natur und zur Schöpfung. Nur als individuelle Persönlichkeit kann der Mensch sich an Gott wenden und sich auch gleichzeitig als eigenständige Persönlichkeit begreifen. Die Freiheit/Das Genie/Die Individualität in jedem Menschen werden im Sozialismus nicht nur ignoriert, sondern bekämpft.

Zusammenfassung

Sozialismus ist ein ständiger Faktor in der menschlichen Geschichte und äußert sich dadurch, dass mit Gewalt versucht wird das Zusammenleben zu verändern. Die Ideen des Sozialismus haben in der Vergangenheit immer wieder mächtige Kräfte aktiviert, was nicht ohne Folgen blieb.

„Die Idee des Sozialismus, so wage ich zu behaupten, ist so alt, wie die menschliche Gesellschaft selbst, aber nicht älter.“ – David Koigen, russisch-deutscher Kulturphilosoph

Die Betrachtungen von Schafarewitsch zeigen uns, dass die Bestandteile des sozialistischen Ideals sich auf ein Prinzip reduzieren lassen: Die Unterdrückung der Individualität. Sowohl die Aufhebung des Privateigentums, die Beseitigung der Familie, die Gleichstellung aller Menschen, das Bekämpfen der Kunst und Kultur als auch die Unterdrückung der Natur und der Schöpfung sind das Ergebnis.

Eine konsequente Verwirklichung der Prinzipien des Sozialismus würde nicht nur der Individualität, sondern auch gleichzeitig dem Leben die Existenz, den Sinn und die Attraktivität entziehen.

Doch auch immer, wenn in der Geschichte die Frage nach dem Überleben auftauchte, so wurde die Existenz dadurch gesichert, dass einige entscheidende sozialistische Prinzipien aufgegeben wurden. Die Menschen strebten nach Individualität, Freiheit, Familie und Eigentum.

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Beste Grüße

Leo Mattes

Quelle:

Der Todestrieb in der Geschichte – Igor Schafarewitsch (Buch auf Amazon)