Leo MattesNull-Grenzkosten Gesellschaft

Erläuterungen zur maximalen Produktivität

Produktivität und Wohlstand

Im letzten Blogbeitrag habe ich den Wohlstand und seinen Zielgrößen definiert und eine Utopie für den maximalen Wohlstand abgeleitet. Ich kam zu der Erkenntnis, dass maximaler Wohlstand auch maximale Produktivität bedeutet. Auf diese Erkenntnis und seine Auswirkungen werden ich in diesem Beitrag noch einmal näher eingehen.

Die Produktivität ist bestimmt aus dem Verhältnis zwischen Output und Income. Die maximale Produktivität ist also dadurch definiert, dass der Output unendlich groß bzw. der Input unendlich klein ist. Ein optimaler Prozess hat zudem keine Verschwendung bzw. alle Input Parameter werden für den Prozess benötigt und alle Output Parameter finden Verwendung.

In der Utopie für den maximalen Wohlstand sind alle Prozesse automatisiert und es wird keine menschliche Arbeit mehr benötigt. Beschäftigung und Produktivität sind entkoppelt. Wenn wir alle Lohnarbeit aus den Prozessen entfernen, so bedeutet dies, dass auch die Instandhaltung automatisiert ist. Und die Instandhaltung der Instandhaltung…

„Die perfekte Maschine erfüllt ihre Funktion, ohne zu existieren.“

Im Folgenden möchte ich näher auf die Automatisierung und Auswirkungen auf Lohnarbeit eingehen.

Nur Lohnarbeit bringt langfristig Umsatz. Automatisierung bringt langfristig keine weiteren Gewinne und das aus folgendem Grund.

Zunächst wird in Roboter und in Automatisierung investiert. Dies führt zu einem Produktivitätsvorsprung im Vergleich zum Wettbewerb. Die Marge auf den Produkten bzw. Dienstleistungen fällt entsprechend höher aus als beim Wettbewerb. Nachdem die Investitionskosten abbezahlt sind, wäre der Gewinn entsprechend höher. Doch aufgrund des Wettbewerbs, der ebenfalls in die produktivere Technologie investiert, bleibt die Automatisierung keine Geldgrube, sondern die Margen werden durch den Wettbewerb wieder gedrückt. Der Produktivitätsfortschritt und die zusätzlichen Gewinne sind dahin.

Ebenfalls lässt sich daraus schließen, dass Arbeitsplatzverluste aufgrund von Automatisierung auch langfristig mit günstigeren Erzeugnissen einhergehen, welche nur die nötigen Lohnkosten beinhalten. Wir werden also erst dann keine Arbeitsplätze mehr benötigen bzw. haben, wenn alle Prozesse automatisiert sind und gleichzeitig alle Waren und Dienstleistungen kostenlos und unbegrenzt zu Verfügung stehen. Die aufgrund von Automatisierung frei werdenden Arbeitskräfte befriedigen entweder neue Bedürfnisse oder senken die Lohnkosten und die Arbeitszeit der bestehenden Arbeitskräfte, was wiederum die Preise für die Produkte und Dienstleistungen sinken lässt.

Wenn wir dieses Szenario wiederholen, so wird die Automatisierung und die Produktivität immer größer, doch aufgrund des Wettbewerbs führt nur Produktivitätsvorsprung zu zusätzlichen Gewinnen. Bis am Ende alle Prozesse automatisiert sind und keine Lohnarbeit mehr übrig bleibt.

Dies nennt man auch eine Null-Grenzkosten-Gesellschaft. Die Produktion einer zusätzlichen Einheit kostet dann keine zusätzliche Lohnarbeit mehr und ist somit kostenlos. In einer solchen Ökonomie herrscht der Überfluss und die Märkte aus Angebot und Nachfrage lösen sich auf.

Wir haben bereits heute Märkte und Produkte, die dieser Ökonomie nahekommen. So kostet es uns zum Beispiel nahezu keinen Aufwand ein weiteres Foto zu machen. Ebenso stehen uns nahezu unbegrenztes Musik- und Videomaterial auf Spotify oder Youtube zur Verfügung. Wir bezahlen lediglich für die Infrastruktur in Form einer Kamera, dem Internetzugang und den Servern.

Um den maximalen Wohlstand bzw. die maximale Produktivität zu erreichen, brauchen wir demnach Technologien, die hochautomatisiert sind und eine möglichst geringe Instandhaltung benötigen. Zudem sollten diese Technologien möglichst hohe Wirkungsgrade haben, damit die benötigte Infrastruktur der Null-Grenzkosten-Gesellschaft möglichst gering ausfällt.

Abschließend möchte ich dieses Mal mit einem Spruch enden, welcher die Kernaussage dieses Beitrags zusammenfasst.

„A technology with infinite productivity is never a business case.”

Ich freue mich, wenn ich dich mit den Erläuterungen zur maximalen Produktivität inspirieren konnte und wenn du meinen Newsletter abonnierst, damit du keine weiteren Beiträge mehr verpasst.

Mit besten Grüßen

Leo Mattes