Leo Mattes

Mein Vortrag an der IHK Stuttgart – 100 Stunden Morgen

100 Stunden Morgen

Letzte Woche durfte ich bei der Veranstaltung „100 Stunden Morgen“ an der IHK Stuttgart einen Vortrag halten. Über den Inhalt und meine weiteren Eindrücke über zwei Unternehmen auf der Veranstaltung werde ich in diesem Beitrag berichten.

Mein Vortrag: Technologiesprünge und ihre Eigenschaften

Als Referent auf der Veranstaltung „100 Stunden Morgen“ für den Mittelstand habe ich über die Eigenschaften von Technologiesprüngen gesprochen. Oder anders gesagt: Innovationen werden oft aus betriebswirtschaftlicher Sicht bewertet. Sie sind gut für die Wettbewerbsfähigkeit, für Investitionen und den Erhalt von Arbeitsplätzen in Unternehmen. In meinem Vortrag habe ich allerdings über die volkswirtschaftlichen Eigenschaften von Innovationen bzw. Technologiesprüngen geredet.

Was ist Wohlstand und wie entsteht er?

Mein Vortrag war in zwei große Teile gegliedert. Im ersten Teil behandelte ich die theoretischen Inhalte. Dies begann mit der Definition von Wohlstand und führte über die Technologiekurven zu den Veränderungen der drei industriellen Revolutionen. Jede industrielle Revolution hat nämlich die Eigenschaft, dass der Energieträger, die Informationsvermittlung und die Mobilitätsart einem Wandel unterworfen war. Dies führte jeweils zu Auf- und Abschwüngen der neuen bzw. alten Infrastruktur. Die Veränderungen der Wertschöpfungsketten führen demnach auch immer zu Macht- und Vermögensverlusten der Unternehmen, die in die alten Infrastrukturen eingebunden sind.

Welche Eigenschaften hat der aktuelle Strukturwandel?

Im zweiten Teil meines Vortrags ging es um die aktuellen Veränderungen in der Informations-, Energie-, und Mobilitätsindustrie. Die Kostenkurven für die Schlüsseltechnologien wie Transistoren, Datenspeicher, Photovoltaikmodule und Energiespeicher zeigen alle einen typischen exponentiell fallenden Verlauf. Dies wird in den nächsten Jahren die aktuellen Wertschöpfungsketten massiv verändern und vermutlich der Auslöser für eine Wirtschaftskrise sein, denn viele Geschäftsmodelle in der Automobilbranche und Zuliefererindustrie, sowie in der Ölbranche und Energieversorgung werden ihre Grundlage verlieren.

Was ist die Vision?

Diese Veränderungen werden natürlich zu einer unzufriedenen Bevölkerung führen, was wir auch schon weltweit unter anderem durch Trump, den Brexit oder die AfD  und weiteren protektionistischen Bewegungen erfahren. Doch mit meiner Vision der Null-Grenzkosten Gesellschaft habe ich aufgezeigt, dass die Produktivitätsgewinne langfristig die Gesellschaft zu maximalem Wohlstand führen werden mit geringeren Preisen und geringeren Arbeitszeiten.

Meine Gedanken zu zwei Unternehmen: Robodev und Nano-Dimension

Nach meinem Vortrag hatte ich selbst noch die Gelegenheit die Unternehmen Robodev und Nano-Dimension kennen zu lernen.

Robodev ist ein Unternehmen, welches Plug-and-Play Baukästen für Automatisierungen anbietet. Das Konzept von Robodev bestätigte mein Gedanke, dass man für die Standardanwendungen bald nicht mehr programmieren können muss, denn die Software als auch die Module sind „für Dummies“ entwickelt und eine lange Einarbeitung ist nicht mehr notwendig. Des Weiteren bietet Robodev eine Infrastruktur, mit der es möglich ist mit Standardteilen individuelle Funktionen zu realisieren. Dies kommt meinen Gedanken zur Vereinbarkeit von Differenzierung und Kostenführerschaft nach Porter nahe.

Nano-Dimension ist ein Unternehmen, welches seinen 3D-Drucker vorgestellt hat. Dieser 3D Drucker konnte aber nicht etwa Metalle oder Kunststoffe drucken, sondern ganze Leiterplatten. Die Möglichkeit ganze elektronische Bauteile zu drucken eröffnet ganz neue Möglichkeiten, denn es benötigt keine großen Fertigungsstraßen und ist ideal für kleine Stückzahlen, wie etwa eine Prototypenentwicklung. Durch diese technische Entwicklung rückt die individuelle Massenproduktion einen weiteren Schritt näher und es bleibt spannend, was in diesem Feld in den nächsten Jahren passiert.

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Beste Grüße

Leo Mattes