Leo MattesPraxeologie

Praxeologie: Die Rationalität des Handelns #5

Praxeologie Rationalität des Handelns

Menschliches Handeln ist notwendigerweise immer rational.

Im letzten Beitrag habe ich die logischen Vorbedingungen für menschliches Handeln definiert. Ich habe erklärt was die Praxeologie mit Bedürfnisbefriedigung meint und aufgezeigt, dass selbst die emotionalsten Handlungen mit den universellen Gesetzen der Praxeologie betrachtet werden können.

In diesem Beitrag möchte ich erklären, warum es ungeeignet ist Handlungen als rational oder irrational zu beschreiben. Handeln ist notwendigerweise immer rational, weil der handelnde Mensch immer darauf abzielt ein eigenes Bedürfnis zu befriedigen.

Die Wörter rational und irrational sind somit ungeeignet und vor dem Hintergrund der subjektiven Ziele eines Menschen bedeutungslos. Ich bin mir sicher, dass du in der Vergangenheit schonmal gedacht hast, dass ein Mensch irrational handelt.

Doch wie können wir dies besser verstehen?

Nehmen wir an Martin muss entscheiden ob er lieber in den Park oder auf ein Konzert im Theater geht. Er entscheidet sich für den Park. Du würdest vielleicht sagen, dass seine Entscheidung irrational war, aber du kannst Martins Entscheidung nicht irrational nennen, denn Martin entscheidet nur nach seinen eigenen Werten.  Das einzige was wir sagen können ist, dass wir seine Entscheidung irrational finden, weil wir anders entschieden hätten.

Betrachten wir ein anderes Beispiel

Angenommen Martin hatte fälschlicherweise erfahren, dass das Konzert im Park stattfindet. Würden wir immer noch sagen, dass Martins Entscheidung in den Park zu gehen irrational war? Es ist zwar wahr, dass Martin zum falschen Ort gegangen ist, doch er tat dies, weil er meinte, dass dies für das Erreichen seines Ziels am sinnvollsten war. Er hat sein Bestes getan.

Wir wissen alle, dass Menschen Fehler machen, aber nur weil sie dadurch nicht das Ziel erreichen, waren sie nicht irrational. Es ist nutzlos über die Rationalität eines handelnden Individuums zu urteilen, denn die Ziele entspringen aus dessen freien Willen. Menschliches Handeln ist somit notwendigerweise immer rational, weil es die subjektive Sicht eines Individuums ist.

Die Praxeologie nimmt die Werte der handelnden Menschen als gegeben an und urteilt oder analysiert diese nicht. Das einzige Urteil, das angewendet wird, ist, ob die gewählten Mittel für die Erreichung der angestrebten Ziele geeignet sind oder nicht.  Daher ist die Praxeologie wertfrei.

Wir sehen uns im nächsten Beitrag „Praxeologie: Ziele und Mittel #6„.
Hier geht’s nochmal zum letzten Beitrag „Praxeologie: Voraussetzungen einer Handlung #4„.

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Beste Grüße

Leo Mattes

Quellen:

Ludwig von Mises – Nationalökonomie, Theorie des Handelns und Wirtschaftens (Buch)

Praxeologie auf Wikipedia