Praxeologie steht über Eliten und Autoritäten

Im letzten Artikel ging es darum welche Berufsfelder von der Praxeologie profitieren können. Dabei ist auffällig, dass besonders viele Autoritäten und Entscheider die Erkenntnisse der Praxeologie kennen sollten. In diesem Artikel betrachten wir die Tatsache, dass die Praxeologie über den Eliten und Autoritäten steht und die Realität des Handelns nicht veränderbar ist. Die heutigen Eliten und Autoritäten werden sich mit der Praxeologie auseinandersetzen müssen, wenn sie weiterhin relevant sein wollen.

Die Autoritäten und die Realität – Warum unsere Eliten das Handeln verlernt haben

Die modernen Gesellschaften ruhen auf einem paradoxen Fundament: Ausgerechnet jene Berufsgruppen, die als Autoritäten der Vernunft und Ordnung gelten – Ökonomen, Zentralbanker, Politiker, Banker, Juristen, Journalisten, Psychologen, Wissenschaftler – scheinen den realen Bezug zum menschlichen Handeln verloren zu haben. Sie sprechen über Systeme, Zahlen, Narrative und Modelle, doch selten über das, was allem zugrunde liegt: den handelnden Menschen.

Die Illusion der Kontrolle

Das Grundproblem moderner Autoritäten ist das Missverständnis der Realität als etwas Messbares und Planbares. Ökonomen glauben, durch Modelle die Wirtschaft zu verstehen; Zentralbanker meinen, durch Zinspolitik Wachstum steuern zu können; Politiker halten Gesetze für Gestaltungsmacht; Banker und Investoren verwechseln Liquidität mit Wert. Selbst Journalisten und Juristen deuten menschliches Handeln durch ideologische oder juristische Raster, die kaum mehr etwas mit der konkreten Lebenswirklichkeit zu tun haben.

All diese Felder teilen eine gemeinsame Blindstelle: Sie abstrahieren das Handeln vom Handelnden.
Die Praxeologie zeigt dagegen, dass jedes Handeln subjektiv, zielgerichtet und situativ ist. Es gibt keine „Systemgesetze“, die menschliche Entscheidungen ersetzen oder berechnen können. Doch genau das versuchen unsere Autoritäten – und verfangen sich dabei in einer Hybris der Planbarkeit.

Woher kommt dieses Missverständnis?

Seine Wurzeln liegen im Empirismus und Konstruktivismus der Moderne. Der Glaube, alles Wirkliche sei messbar, hat den Glauben an logische Strukturen des Denkens verdrängt. Statt aus Axiomen und Einsicht wird Wissen heute aus Daten und Stimmungen gewonnen. Die Institutionen, die einst Ordnung schaffen sollten, produzieren nun Verwirrung – weil sie die Bedingungen der Möglichkeit von Ordnung gar nicht mehr verstehen.

Zudem hat der Wohlstand der letzten Jahrzehnte eine intellektuelle Dekadenz erzeugt. Zentralbankgeld, billige Kredite und staatliche Umverteilung haben die Konsequenzen des Handelns abgeschwächt. Fehler konnten mit Liquidität zugedeckt werden. Der Schmerz der Realität – der sonst der Lehrer des Denkens ist – blieb aus. So entstand eine Welt der Simulation: Modelle statt Märkte, Gremien statt Verantwortung, Signale ohne Substanz.

Neugier oder Schmerz

Doch die Realität lässt sich nicht dauerhaft vertagen. Die Logik des Handelns wirkt – auch wenn sie verdrängt wird.
Die Menschen, und mit ihnen ihre Institutionen, lernen nur auf zwei Weisen: durch Neugier oder Schmerz.
Neugier ist der seltene, edle Weg – der Wille, das Wirkliche zu verstehen, bevor es sich aufzwingt. Schmerz ist der häufige Weg – die brutale Rückkehr der Konsequenzen, wenn Ursache und Wirkung nicht mehr geleugnet werden können.

Noch können unsere Eliten neugierig werden. Sie könnten begreifen, dass Planwirtschaft, Geldillusion und politischer Dirigismus keine Stabilität schaffen, sondern Abhängigkeit und Chaos. Doch wahrscheinlicher ist, dass sie erst durch Krisen lernen, was Praxeologen längst wissen: dass Handeln nur innerhalb der Grenzen der Realität sinnvoll ist.

Die Rückkehr der Grenzen

Eine knappe Geldmenge und ein natürlich hoher Marktzins sind keine Feinde des Fortschritts, sondern seine Lehrer. Sie zwingen dazu, Ressourcen sinnvoll zu nutzen, Projekte zu prüfen, Investitionen zu rechtfertigen. Sie entlarven Wunschdenken.
Wenn Geld wieder knapp und Zinsen wieder real sind, dann endet die Ära der Simulation. Politiker können dann nicht mehr unbegrenzt versprechen, Banker nicht mehr beliebig ausweiten, Zentralbanker nicht mehr Illusionen refinanzieren.

Ein solches System setzt die natürlichen Grenzen des Handelns wieder in Kraft – jene Grenzen, die die Praxeologie erkennt und respektiert. Es zwingt die Gesellschaft, wieder zu denken, zu wählen, zu handeln – statt zu glauben, man könne sich durch Struktur und Statistik von der Verantwortung befreien.

Schluss

Die vermeintlichen Autoritäten unserer Zeit haben sich von der Realität entfremdet, weil sie die Logik des Handelns durch die Illusion der Kontrolle ersetzt haben. Doch die Realität lässt sich nicht abschaffen. Sie wartet.
Am Ende werden Neugier oder Schmerz das Verständnis zurückbringen.
Und mit der Rückkehr knappen Geldes und hoher Zinsen wird sich zeigen, wer wirklich verstanden hat, dass Handeln immer Konsequenzen hat – und dass die Praxeologie keine akademische Übung ist, sondern die einzige Sprache der Wirklichkeit.

Beste Grüße

Leo Mattes

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Disclaimer: Dieser Essay wurde natürlich mit chatGPT unterstützt.