Leo MattesPraxeologie

Praxeologie: Ziele und Mittel #6

Praxeologie Ziele und Mittel

Im letzten Beitrag habe ich dargelegt, warum es immer angemessen ist, sich auf die Rationalität menschlichen Handelns zu beziehen. Ich habe auch gezeigt, dass die Praxeologie die Ziele der handelnden Menschen nicht bewertet und dass sie somit wertfrei ist.

In diesem Beitrag möchte ich damit beginnen die Auswirkungen des Handelns zu beschreiben.

Menschliches Handeln ist zielgerichtetes Verhalten

Das zielgerichtete Handeln ist das bewusste Erstreben eins Ziels mit Hilfe von Mitteln. In den vorherigen Beiträgen habe ich viel über Ziele und Mittel gesprochen, doch worauf bezieht sich die Praxeologie, wenn sie von ihnen spricht?

Wenn ein Mensch handelt, dann kann das was er erreichen möchte als sein Ziel bezeichnet werden. Ein Mensch handelt immer, um ein gewisses Unbehagen oder einen Mangel zu beseitigen und das Ziel ist der gewünschte Zustand ohne diesen Mangel. Damit ein Mensch das gewünschte Ziel erreichen kann, muss er Mittel einsetzen.

Vom Ding zum Mittel

Ein Ding wird dabei erst zu einem Mittel, wenn die menschliche Vernunft plant, es zum Erreichen eines bestimmten Ziels einzusetzen und wenn das menschliche Handeln es auch wirklich für diesen Zweck einsetzt. Es ist wichtig zu beachten, dass es im physischen Universum ohne den Menschen weder Ziele noch Mittel gibt. Im Universum gibt es keine Mittel.

Es gibt Dinge und erst der Mensch gibt diesen Dingen eine Bedeutung. Wenn die Praxeologie von Zielen und Mitteln spricht, dann bezieht sie sich auf die Bedeutung, die der Mensch seiner Umgebung gibt. Wenn er ein Ziel hat, möchte er es erreichen, weil er ein gewisses Unbehagen wahrnimmt. Dieses Unbehagen können wir nicht immer beobachten doch eine Beobachtung schließt die Praxeologie sowieso aus, da sie nur logisch argumentiert.

Ein Ziel beginnt im Menschen als eine Idee, und wird zu einem echten Ziel, wenn er handelt. Ebenso müssen Dinge vom Menschen erst als brauchbar identifiziert werden, damit sie zu Mitteln werden können. Der Mensch muss der Sache, von der er glaubt, dass sie ihm für sein Ziel hilft, eine Bedeutung geben. Die Dinge werden dann zu Mittel, wenn ein handelnder Mann sie tatsächlich dazu benutzt seine Ziele zu erreichen.

Wie du siehst ist die Praxeologie keine Wissenschaft, die nur die Außenwelt untersucht, sondern das Verhalten des Menschen im Bezug auf die Außenwelt. Die Praxeologie betrachtet die subjektiven Bedeutungen, die der Mensch den Dingen gibt. Sie analysiert diese, um Wissen und Informationen logisch ableiten zu können. Sie sagt nicht, wie ein Mensch sich verhalten soll, aber sie sagt was passiert, wenn ein Mensch handelt.

Ein Beispiel: 3 Betten

In einem der nächsten Beiträge werden wir lernen, dass ein Mensch ein drittes Bett weniger wertschätzt als das zweite und dass er das zweite weniger wertschätzt als das erste. Die Praxeologie ist keine Wissenschaft über Dinge und materielle Gegenstände. Die Praxeologie ist eine Wissenschaft über Menschen, ihre Ziele und ihr Handeln.

Wir sehen uns im nächsten Beitrag „Praxeologie: Die Werteskala #7„.
Hier geht’s nochmal zum letzten Beitrag „Praxeologie: Die Rationalität des Handelns #5„.

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Beste Grüße

Leo Mattes

Quellen:

Ludwig von Mises – Nationalökonomie, Theorie des Handelns und Wirtschaftens (Buch)

Praxeologie auf Wikipedia