Leo MattesPraxeologie

Praxeologie: Zielgerichtetes Handeln #3

Praxeologie Zielgerichtetes Handeln

In diesem Beitrag möchte ich aufzeigen was in der Praxeologie unter zielgerichtetem Verhalten verstanden wird. Dabei werde ich es von allen anderen Kategorien menschlichen Verhaltens, welche falscherweise in einer Kritik der Praxeologie münden, abgrenzen.

Im letzten Beitrag habe ich die Methode zur Untersuchung des menschlichen Handelns in der Praxeologie erklärt. Ich habe das Konzept von Axiomen und deren fundamentale Wahrheit eingeführt. Darauf baut die Wissenschaft der Praxeologie auf.

Das Handlungsaxiom „Der Mensch handelt.“ beschreibt das Streben eines Menschen nach einem Ziel oder einem Ergebnis. Dies unterscheidet sich klar von einem unbewussten Verhalten und einer unfreiwilligen Reaktion eines Menschen.

Wenn ein Doktor mich direkt unter meinem Knie berührt und dieses zuckt, dann ist dies ein unbewusstes Verhalten und wird nicht innerhalb der Praxeologie behandelt. Reflexe und Situationen außerhalb der Kontrolle eines Menschen, wie eine Krankheit oder die Naturgesetze, wie das Wetter, sind Dinge, die der Mensch jedoch in seinem Handeln berücksichtigen muss. Die Praxeologie betrachtet die Handlungen selbst und nicht die psychologischen Ursachen für den Grund einer Handlung.

Dies unterscheidet die Praxeologie klar von der Psychologie

Die Psychologie untersucht die bewussten und unbewussten Einflussfaktoren, welche ein Mensch zu bestimmten Handlungen führen. Die Praxeologie untersucht die Handlung selbst und kümmert sich daher nicht um die zugrundeliegenden Motive der Psychologie. Dadurch sind die Wörter unbewusst in der Praxeologie und unterbewusst in der Psychologie zwei komplett verschiedene, weil sie zu unterschiedlichen Gedankensystemen und Wissenschaften gehören.

Handeln heißt immer auch wählen

Wenn die Praxeologie den Begriff des menschlichen Handelns verwendet, so spricht sie nicht nur davon, dass der Mensch eine Präferenz hat, sondern auch, dass er eine Präferenz zeigt. Es gibt Situationen, in denen ein Mensch Präferenzen zeigt, die aber gleichzeitig unvermeidbar sind, wie etwa die Wetterbedingungen. Zum Beispiel bevorzugt Michael sonniges Wetter im Vergleich zu einem Regentag, jedoch nimmt er einen Regenschirm mit.

Ein handelnder Mensch wägt ab, entscheidet und versucht dann sein Ziel zu erreichen. Wenn der Mensch zwei Möglichkeiten zur gleichen Zeit hat, dann muss er wählen. Das eine wird bevorzugt, das andere wird vernachlässigt. Handeln ist somit immer bevorzugen und ablehnen.

Man kann nicht nicht handeln

Zum Schluss möchte ich noch aufzeigen, dass die Praxeologie nicht zwischen aktiv sein und passiv sein unterscheidet. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Koch, der jeden Tag entscheidet zur Arbeit zu kommen und einem Arbeitslosen, der jeden Tag entscheidet, nichts zu tun. Sobald man die Möglichkeit hat zu wählen bzw. die Zukunft zu verändern, ist es egal ob man es tut oder nicht, es ist eine Handlung.

Somit ist das menschliche Handeln immer ein zielgerichtetes Verhalten. Es ist etwas, das wir alle verstehen können, denn es ist für einen Menschen charakteristisch. Und genau das behandelt die Praxeologie.

Wir sehen uns im nächsten Beitrag „Praxeologie: Voraussetzungen einer Handlung #4„.
Hier geht’s nochmal zum letzten Beitrag „Praxeologie: Die Methodologie #2„.

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Beste Grüße

Leo Mattes

Quellen:

Ludwig von Mises – Nationalökonomie, Theorie des Handelns und Wirtschaftens (Buch)

Ludwig von Mises – Human Action (Buch)

Murray Rothbard – Man, Economy and State (Buch)

Youtube-Kanal Praxgirl

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